Dienstag, 25. April 2017

bei den Bartgeiern

Mitte Februar machten sich Joachim, Lukas, Christian, Ralph, Jan und ich auf den Weg ins Wallis um dort am bekannten Gemmipass Bartgeier, Schneefinken und Alpenbraunellen zu fotografieren. Tatsächlich hatten wir Glück und an jedem der drei Tage Sichtungen der genannten Arten und noch weiterer Vogelarten wie u.a. auch Steinadler. Die Bedingungen waren an jedem Tag anders, so dass sich viele Möglichkeiten auftaten. Allein das Erlebnis wie ein Bartgeier 20m über einen drüber fliegt ist beeindruckend und wird sicher noch eine ganze weile in unseren Köpfen bleiben.
Diesmal habe ich ein Sammelsurium an Bildern des Ausflugs zusammen in eine kleine Show gepackt. Am besten stellt ihr das Video auf Vollbild und achtet darauf, dass das Video rechts unten auf 1080p gestellt wurde. 

Mittwoch, 15. März 2017

defocused - richtig schön unscharf

Wenn man mit Fotografieren anfängt ist eines der ersten Attribute welches man an einem Bild analysiert die Schärfe. In quasi jedem Fotoforum wird eine knackige Schärfe als Qualitätsmerkmal herausgestellt, vorausgesetzt sie sitzt dort wo sie soll, nämlich auf dem Hauptmotiv. Wenn die Schärfe stimmt, stimmt die Qualität des Bildes mit hoher Wahrscheinlichkeit auch.
So fing ich auch an zu Fotografieren. Aber in den letzten Jahren stellte sich immer wieder für mich heraus, dass ein Bild nicht unbedingt die perfekte Schärfe besitzen muss, um wirklich gut zu sein! Vielleicht benötigt manches Bild gar keine Schärfe...Sondern reduziert sich auf ganz andere Attribute. In der Naturfotografie gibt es da ja den einen oder die andere, die regelmäßig mit diesen klassischen Konventionen brechen. Das Ergebnis sind Bilder die sich von der Masse abheben, die durch die Reduzierung auf weniger greifbare Bildmerkmale den Fokus des Betrachters auf ganz andere Art und Weise zu lenken vermögen. Andere Attribute treten viel stärker in den Vordergrund. Man kann schon von einem eigenen Bildstil sprechen, wenn bei einem Bild die Schärfe bewusst reduziert oder quasi ganz aus dem Bild genommen wird. Bewusst mit Konventionen brechen. 
Mitzieher - Bergfinken fliegen hinter Bäumen entlang
450mm, f/13, 1/30s, ISO800
Gelber Frauenschuh out of focus
150mm, f/2.8, 1/100s, ISO200
Alpenbock-Mitzieher
150mm, f/13, 1/30s, ISO800
Moos dreifach belichtet
150mm, f/2.8, 1/250s, ISO800

Schon fast klassisch wirken da Wischer, zum einen die Bewegungswischer die versuchen Bewegungen im Bild einzufrieren und somit in ein statisches Bild Dynamik bringen, die in einem einzelnen Bild sonst nicht möglich wäre. Aber auch Wischer entlang von Strukturen, die durch die längere Belichtung einen mehrfachen Wiederhall der fotografierten Form auf das Bild bringen. Einen mehrfachen Wiederhall produzieren natürlich auch Doppelbelichtungen, die eine Situation aus verschiedenen Perspektiven in einem Bild einfängt oder verschiedene Situationen gezielt mit einander vereint. Oder das Subjekt wird bewusst aus der Schärfeebene genommen, um sich mehr von der Form zu lösen. Oder man verwackelt ein Bild ganz bewusst. Oder, oder, oder... die Gestaltunsgmöglichkeiten sind breit und vielfältig. 
Weißdolch-Bläuling im Lebensraum
Mitzieher mit einem Kurzflügler (Staphylinus erythropterus)
Baumwischer
Diptam-Silhouette 
Wilde Tulpen Traum
300mm, f/4, 1/50s, ISO200
Aber natürlich ist alles graduell, nichts spricht gegen ein knackiges Bild aber eben auch nichts gegen ein unscharfes Bild und auch nichts gegen irgendwas dazwischen. In diesem Blogpost möchte ich ein paar Bilder dieser Kategorie aus meinem Archiv zeigen. 
Steinbock-Mitzieher
300mm, f/6.3, 1/10s, ISO50
Gelber Frauenschuh
225mm, f/2.8, 1/60s, ISO200
Birkenwischer
50mm, 1/12s, f/8, ISO50


Storch im Anflug auf den Horstbaum
300mm, f/4, 1/40s, ISO100

Sonntag, 26. Februar 2017

Coprophag...

...sind eine ganze Menge von Käferarten, die sich auf eine scheinbar überall verfügbare Ressource spezialisiert haben, um ihre Larven zu ernähren: Mist. Nicht nur die Familie der Mistkäfer und die echten Pillendreher benutzen den Kot anderer Tiere um den Nachwuchs durchzubringen, sondern auch viele andere näher oder auch weiter entfernt verwandte Käferarten nutzen sie. Die beiden erstgenannten Gruppen sind aber schon diejenigen, die diesen Rohstoff äußerst ausgefeilt nutzen. 
Einer der auffälligsten Vertreter in heimischen Gefilden ist ohne Frage der Stierkäfer (Typhaeus typhoeus), hier tragen die Männchen nämlich drei gerade nach vorn gerichtete Hörner, was bei einer Körpergröße von um die 2cm zwar eines genaueren Blickes bedarf, aber dann wirken die Tiere äußerst beeindruckend. Auch seine Biologie beeindruckt, schließlich gräbt der kleine Käfer bis zu 1,5m tiefe Gänge in den Boden und legt ein gutes Duzend Seitengänge an, um darin den eingesammelten Kot zu verwahren. Später graben sich die Larven in diese Gänge hinein und ernähren sich dann insbesondere von den Pilzen, die sich im Kot entwickeln. 
Umso mehr freute ich mich, als Silva diesen Käfer gestern auf einer Waldlichtung an einer Kaninchenlosung fand. Er war äußerst aktiv und so gelangen mir nur wenige ansprechende Aufnahmen. Nichtsdestotrotz war der Fund fantastisch, da mir die Art bisher nur in Büchern und in Sammlungen über den Weg gelaufen ist. 

150mm, f/7.1, 1/30s, ISO1250
150mm, f/4, 1/125s, ISO800
24mm, f/8, 1/125mm, ISO400
150mm, f/5, 1/125s, ISO1600
150mm, f/7.1, 1/40s, ISO1250
150mm, f/7.1, 1/40s, ISO1250

Donnerstag, 5. Januar 2017

frozen

In den letzten Tagen im alten Jahr gab es um Karlsruhe herum eine äußerst feine Eiskunst zu beobachten. Diese blieb drei Tage lang, auch tagsüber sichtbar, da kein Sonnenstrahl zu sehen und auch kaum Wind vorhanden war. Am ersten Tag waren die Reifnadeln am grazilsten. Später wurden die Eiskristalle größer und gröber. Im neuen Jahr war der Zauber dann vorbei. Ich möchte hier Bilder vom ersten Tag zeigen, die feingliedrigen Reifstrukturen waren wunderschön anzuschauen und die Landschaft schon beinah märchenhaft verändert. 

4x 18mm, f/8, 1/125s, ISO200
18mm, f/4, 1/800s, ISO800
600mm, f/6.3, 1/80s, ISO800
600mm, f/6.3, 1/160s, ISO1600
35mm, f/8, 1/100s, ISO400
600mm, f/6.3, 1/200s, ISO800
600mm, f/6.3, 1/320s, ISO800
18mm, f/8, 1/40s, ISO200
18mm, f/8, 1/50s, ISO800
300mm, f/4, 1/400s, ISO800
18mm, f/7.1, 1/125s, ISO400



Samstag, 24. Dezember 2016

Adventskalender 24/24

Heute ist Weihnachten und damit geht der Adventskalender zu Ende. Die Entscheidung was sich heute hinter dem letzten Türchen verbergen soll, war für mich recht einfach. Eine tolle Gemeinschaftsarbeit unserer GDT Regionalgruppe, welche in den letzten Jahren an diesem Fotoprojekt gearbeitet hat. Nun ist das Projekt quasi fertig und kulminiert in einem fantastischen Vortrag, den Lukas stellvertretend für die ganze Regionalgruppe erstmalig auf der Mundologia in Freiburg präsentieren wird und einem gleichnamigen Buch. Das Unsere Wilde Heimat - Projekt bezieht sich auf das Einzugsgbiet der Badener Regionalgruppe und deckt ein breites Spektrum der Naturfotografie ab. Ich freue mich sehr über die gelungene Arbeit. Im Februar gibt es den Vortrag zwei mal in Freiburg zu sehen und dann wahrscheinlich noch an weiteren Terminen und Orten. Das Buch erscheint ebenfalls im Februar (16.2.) und ist ab jetzt vorbestellbar. Dieses Gemeinschaftsprojekt zeigt, dass Fotografen nicht nur Einzelkämpfer sein müssen, sondern die Zusammenarbeit von vielen unterschiedlichen Fotografen einzigartige Ergebnisse liefern kann.

http://www.knesebeck-verlag.de/unsere_wilde_heimat/t-1/529

Natürlich komme ich nicht darum auf meine Website hinzuweisen, die ich ständig aktualisiere und die Galerien vervollständige. Schaut doch mal rein: bittner-naturfoto.de oder einfach den Website-Reiter oben klicken.

Abschließend möchte ich euch natürlich ein besinnliches Weihnachtsfest, schöne (hoffentlich freie) Tage und einen maximal guten Start ins neue Jahr wünschen. Des Weiteren möchte ich mich bei allen, die in den Adventskalender reingeschaut haben, bedanken und hoffe, dass ich das Interesse an meinem Blog wecken konnte und würde mich freuen, wenn ihr regelmäßig wieder reinschaut.

Freitag, 23. Dezember 2016

Adventskalender 23/24

Das 23.Türchen ist ein ganz besonderes, schließlich ist morgen Weihnachten und dann der ganze Spaß mit dem Adventskalender wieder vorbei. Heute möchte ich daher noch eine ganz besondere Käferart zeigen. Allein seine Farbe macht ihn zu einem sehr besonderen Tier. Hellblau sind nur sehr wenige Insekten in Mitteleuropa. Spannend ist dabei, dass die eigentlich auffällige Farbe auf der grauen Buchenrinde eine hervorragende Tarnung für den Alpenbock (Rosalia alpina) darstellt. Die Buche stellt gleichzeitig den wichtigsten Brutbaum der Larven dar, weshalb die auch die Käfer hier zu finden sind. An einem schwül warmen Spätsommertag fanden Benjamin und ich einige Tiere nach längerem Suchen und dank eines entscheidenden Tipps. Es war mein erster Kontakt mit den erwachsenen Käfern in freier Wildbahn.

18mm, f/5.6, 1/320s, ISO400
Bis Morgen!

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Adventskalender 22/24

Nun kann man von einem Endspurt sprechen und jetzt beim 22. Türchen muss ich feststellen, dass ich doch deutlich mehr Bilder hätte zeigen können als es die 24 Kalendertürchen hergeben. Im drittletzten Post für dieses Jahr möchte ich nochmal auf meine Beiträge aus dem Wallis hinweisen. Neben dem Hochalpen-Apollo und der alpinen Pflanzenwelt gab es natürlich auch Tiere und den ganzen Rest zu sehen. Stellvertrendend gibt es daher heute ein Bild von einem Spinnweb-Hauswurz (Sempervivum arachnoideum) zu sehen. 

150mm, f/4, 1/125s, ISO100
Bis Morgen!

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Adventskalender 21/24

Kurz vor knapp taucht das Amphib des Jahres 2016 doch noch hier im Blog hinter dem 21. Türchen des Adventskalenders auf. Im Frühjahr fanden wir die Art am Rand der Rheinebene an einem naßen Tag am späten Nachmittag. Danke an Michael fürs Finden. Die Tiere sind absolut beeindruckend, allein durch ihre Größe und Farbe. Beruflich hatte ich mit der Art in diesem Jahr auch einiges zu tun. Irgendwie wollte ich auch immer mal was im Blog zu der Art schreiben, aber da kam dann immer was dazwischen, aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.

150mm, f/2.8, 1/125s, ISO800
Bis Morgen!

Dienstag, 20. Dezember 2016

Adventskalender 20/24

Hinter dem 20. Türchen des Adventskalenders versteckt sich die Entwicklungsform eines Käfers. Die Larve des Nashornkäfers (Oryctes nasicornis) entwickelt sich in morschem Holz unterschiedlicher Zersetzungszustände und ist auch ziemlich unspezifisch, was die Holzart angeht. Die Käferlarven sind deutlich größer als die Käfer, mit über 10cm im letzten Larvenstadium sind diese recht beeindruckend. Als Kulturfolger entwickeln sich heute sehr viele Nashornkäfer in Kompost- oder Sägespänhäufen oder in Rindenmulch. Den Käfer gab es bereits hier im Blog zu sehen.  

75mm,  f/8, 1/80s, ISO1000
Bis Morgen!

Montag, 19. Dezember 2016

Adventskalender 19/24

Ein Foto aus dem zeitigen Sommer läutet die letzte Woche im Adventskalender ein. Hinter dem 19. Türchen versteckt sich eine unserer eindrucksvollsten heimischen Käferarten überhaupt. Im Gegensatz zum Hirschkäfer kennen ihn aber nur die wenigsten, den Großen Eichenheldbock. Eine Art die einen äußerst schlechte Populationsentwicklung in den letzten 100 Jahren hinter sich hat. Mittlerweile ist er in seinen Beständen nur noch sehr lokal verbreitet. Bereits im letzten Jahr im Adventskalender war die Art zu finden. Die Art in ihrem natürlichen Lebensraum zu fotografieren ist durch seine nächtliche Aktivität eine echte Herausforderung, die ich auch dieses Jahr versucht habe anzugehen. Das passende Tier am richtigen Baum zur richtigen Zeit zu finden, stellt allerdings eine recht hohe Hürde dar. Auch hier war ich mit Stefan einige Male unterwegs und wir hatten unterschiedliche Sachen ausprobiert. Blitz, Taschenlampe oder Flächenlicht oder doch eine Kombination daraus, das ist hier die zentrale Frage. Allein ist das Arbeiten mit mehreren Lichtquellen im Dunkeln und einem mobilen Subjekt quasi unmöglich. Das Bild zeigt ein Männchen, welches kurz mit einer Taschenlampe angeleuchtet und die Eiche wiederum mit einer Flächenleuchte illuminiert wurde (Danke Stefan für deine Hilfe). Ich werde sicherlich auch im kommenden Jahr mein Glück bei den Käfern versuchen und dann mal alle gesammelten Bilder in einem Post hier im Blog zusammenführen.
18mm, f/8, 13s, ISO400
Bis Morgen!